Schmiederäder

Schmiederäder gelten – zu Recht – als die edelsten aller Leichtmetallräder. Wie funktioniert die Herstellung? Und welche Vorteile hat eigentlich Schmieden gegenüber Guss oder FlowForming?

Umformschritte und Veredelung eines Schmiederads

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Umformschritte und Veredelung eines Schmiederads

Wenn man im Bereich der Radherstellung von „Schmieden“ spricht, ist das etwas anderes, als was man landläufig darunter versteht. Es steht natürlich niemand mit einem schweren Hammer und einem Klotz Aluminium am Amboss, um daraus eine Felge zu formen. Trotzdem unterscheidet sich das Schmieden grundlegend von anderen Herstellungsmethoden wie Gießen und Flow-Forming. Am Ende des aufwendigen Prozesses stehen Leichtmetallräder von besonders hoher Qualität.

Der Herstellungsprozess beginnt mit einem Metall-Rohling. Die Legierung ist eine andere, als sie bei Guss- oder FlowForming-Verfahren verwendet wird und wurde speziell für den Schmiedevorgang entwickelt. In mehreren Schritten wird der Rohling mittels sogenannter Schmiedegesenke in die Radform gebracht. Hoher Druck und Temperatur verändern die Struktur des Leichtmetalls dabei; insbesondere die Dichte wird erhöht. Dadurch erhält das Material eine besondere Festigkeit. Während des gesamten Prozesses bleibt das Aluminium im festen Zustand.

Aufwendige Nacharbeit

Nachbearbeitung mit CNC-gesteuerten Dreh- und -Fräsmaschinen

Nachbearbeitung mit CNC-gesteuerten Dreh- und -Fräsmaschinen

Um das Felgenbett zu formen, wird das Material – wie beim Flow-Forming – auf 320° bis 350° Celsius erhitzt und dann unter starkem Druck auf einer, dem Felgenbett entsprechenden Matrize gewalzt. Das finale Design bekommt das Rad durch die Bearbeitung mit CNC-gesteuerten Dreh- und -Fräsmaschinen. Der unbearbeitete Rohling bringt dabei das Vier- bis Fünffache des fertigen Rades auf die Waage: Es muss also jede Menge Material zerspant werden.

Bevor das Rad lackiert werden kann, muss es in akribischer Feinarbeit entgratet und geschliffen werden damit die gewünschte Oberflächengüte für eine brillante Lackierung erreicht wird.

Vorteile

Der aufwendige Herstellungsprozess zahlt sich aus: Gegenüber Guss- oder Flow-Forming-Rädern kann aufgrund der hohen Materialdichte das geschmiedete Leichtmetallrad deutlich leichter und filigraner ausgestaltet werden. Nicht ohne Grund sind geschmiedete Räder im High-End-Motorsport (DTM, F1, GT-Masters, Formel E) Standard.

Die dadurch erreichte Reduzierung steigert maßgeblich die Fahrdynamik. Darüber hinaus können die Räder zu weniger Verbrauch beitragen. Das gilt sowohl für den Motorsport als auch für den Einsatz auf der Straße.